Venus-Figur

Aus der Altsteinzeit (etwa 40.000 Jahre vor heute bis zum Ende der letzten Eiszeit um etwa 9.600 v. d. Zt.) stammen diverse Frauenstatuetten, welche sich von Westeuropa bis nach Sibirien fanden. Mangels schriftlicher Überlieferungen aus diesem Zeitraum werden diese Figuren umgangssprachlich häufig als "Venus" bezeichnet. Inzwischen sind weit über 200 Funde dieser Kategorie bekannt. Eine der bekanntesten Statuen dieser Epoche ist sicher die "Venus von Willendorf". Weibliche Körpermerkmale wie Brüste, Gesäß, Bauch und Schenkel sind meistens stark überbetont und man nimmt an, dass es sich bei diesen Figuren um Darstellungen von Fruchtbarkeitsgöttinen handeln könnte. In einer Zeit, in der es an Nahrung mangelte und Kinder das Überleben der Sippe sicherten, könnte dieses Frauenbild so etwas wie den damaligen Idealzustand symbolisieren.

Die weiblichen Darstellungen der Jungsteinzeit (etwa 10.000 bis 2.000 v. d. Zt.) sind ebenfalls durch Nacktheit geprägt und ähneln ihren weitaus älteren Vorgängerinnen noch stark. Sie werden jedoch als Begleiterscheinungen der beginnenden Ackerbauernkultur gedeutet und als "Idole" oder auch "Magna Mater" (Große Mutter) bezeichnet. Vor allem im Mittelmeerraum fanden sich bereits zigtausende dieser Figuren und bei manchen lässt sich ein fast nahtloser Übergang zur Verehrung uns namentlich bekannter Gottheiten festellen. Als ein Beispiel dafür sei der rund fünftausendjährige Aphrodite-Kult auf Zypern erwähnt.

Lebenspenderin, Herrin der Vegetation, Schutzpatronin des Ackerbaus, Hüterin der tierischen und menschlichen Fruchtbarkeit sind wohl die wesentlichsten Attribute, die diesen Göttinen zugeschrieben werden. Einige Stichworte zur weiteren Recherche: Urmutter, Allmutter, Muttergöttin, Große Mutter, Mutter Erde und Mater Deum Magna Ideae.