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Thorshammer-Amulette sind die wohl bekannteste Form von Wikingerschmuck aus vorchristlicher Zeit. Diese Schmuckanhänger beziehen sich auf den Hammer von Thor, des stärksten aller nordischen Götter. Hier mehr über Mjöllnir und seine Bedeutung lesen

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Thorshammer-Amulette

Thors Hammer trägt den altnordischen Namen "Mjöllnir" und wird auch Mjölnar, Mjolnir, Mjölnir, Mjölner oder Mjølner geschrieben. Die Übersetzung des Namens lautet etwa "Zermalmer", "Blitz" oder auch "glänzende Blitzwaffe".
In diesem Text erfährst Du mehr über den Thorshammer als Symbol und Schmuckstück sowie über seine Herkunft, Verbreitung und die heutige Bedeutung.

 

Der Thorshammer in der nordischen Mythologie

Von den Zwergen Sindri und Brokkr geschmiedet, gilt Mjöllnir als das wesentliche Attribut des Gottes Thor. Mit dem Hammer als Waffe kämpft er gegen die Riesen, also gegen die zerstörerischen und chaotischen Urkräfte. Im übertragenen Sinn sorgt Thor somit für Ordnung und Schutz vor diesen Urgewalten, ist der Beschützer Midgards und gilt daher auch als Menschenfreund.

Thors Hammer ist aber keineswegs nur eine Waffe, sondern dient auch als Weihegerät, und wahrscheinlich wurden Thorshämmer früher auch für Fruchtbarkeitsriten und Ehesegnungen verwendet. Darauf lassen Geschichten in den Eddas schließen. In einer Geschichte verwendet Thor, der als Reisender mit seinem von Ziegen gezogenen Wagen unterwegs ist und bei einer bäuerlichen Familie Gastfreundschaft sucht, seinen Hammer als Zaubergerät. Mit Hilfe des Hammers bewirkt er, dass aus den Knochen und Fellen der am Abend vorher geschlachteten Ziegen wieder seine beiden lebendigen Zugtiere vor ihm stehen. In einer anderen Geschichte wird ihm sein Hammer entwendet. Um ihn zurückzubekommen, nimmt er verkleidet die Rolle der Göttin Freya an, die als Braut eines Riesen von diesem den Thorshammer als Brautgeschenk fordert. Da viele der historischen Thorshammer-Amulette in Frauengräbern gefunden wurden, wird diese Geschichte zur Erklärung herangezogen, warum so ein Hammer, Werkzeug oder Waffe, hauptsächlich als Frauenschmuck galt. 

 

Der Hammer des Donnergottes

Beim Werfen des Hammers werden Blitze erzeugt, wie die Wortbedeutung von Mjöllnir offenbart. Der Wagen, mit dem er reist, rumpelt dabei donnernd durch die Luft, daher auch der südgermanische Name Donar oder die Bezeichnung "Donnerer" für Thor. Auch in anderen Kulturen gibt es Götter, die mit der Macht über Blitz und Donner als Gewittergötter Herrschaft über Feuer und Regen haben. Damit werden sie sowohl als Kriegsgötter als auch als zuständig für Fruchtbarkeit angesehen. Somit sind Thors "Kollegen" beispielsweise baltische Götter (Perkūnas in Litauen, Percunis in Ostpreußen, Pērkons in Lettland) und der slawische Perun. 

 

Der Hammer als Symbol

Auf skandinavischen Felsbildern aus der Bronzezeit lassen sich mehrfach Abbildungen von menschlichen Personen mit einem Hammer entdecken. Der Zusammenhang, in dem sich diese Darstellungen finden, deutet neben der Interpretation dieser Hämmer als Waffen auch auf eine kultische Funktion hin. "Thor weihe diese Runen" ist auch auf mehreren Runensteinen zu lesen, und gelegentlich wurde anstatt dessen auch einfach nur ein Hammer abgebildet. Als Machtinstrument wird der Hammer bis heute bei Auktionen und in den Gerichtssälen der Vereinigten Staaten eingesetzt.

Die vielen Thorshämmer, die zur Wikingerzeit als Amulette getragen wurden, sind manchmal schlicht, manchmal sehr verziert gestaltet und sehen eher selten wie die Miniatur eines einfachen Werkzeuges aus. Daher waren sie höchstwahrscheinlich als Schmuckstück mit Verbindung oder zu Ehren des Gottes Thor gedacht.

Etliche der historischen Formen haben einen erstaunlich kurzen Griff. Das macht sie nicht gerade zu Miniaturen von praktischen Werkzeugen. Vielmehr ist darin ein Bezug zum Mythos seiner Herstellung zu sehen: Beim Schmieden des Hammers, der dann schließlich in Thors Besitz kam, wurden die kunstfertigen Zwerge von Loki gestört. Das führte dazu, dass der Griff so kurz geriet. 

 

Forme und Verbreitung des Thorshammers

Das Nord-Süd-Gefälle

Interessant ist die Tatsache, dass die Häufigkeit der Funde von Thorshämmern abnimmt, je nördlicher die Fundorte sind. Zur Wikingerzeit erstreckte sich der Raum, in dem Thor kulturell verehrt wurde, vom Danewerk im Süden bis hoch in den skandinavischen Norden und von den Britischen Inseln im Westen und im Osten bis ins heutige Russland hinein. Am häufigsten sind Funde dort, wo es Berührungspunkte mit den neuen christlichen Traditionen gab: im heutigen Dänemark und südlichen Schweden. Der Thorshammer, der 2015 in Norwegen gefunden wurde, war damals erst der 14. Fund eines solchen Amulettes, wohingegen es im heutigen Dänemark über hundert gibt.

Von schlicht zu prunkvoll

Dazu kommt, dass die ältesten Thorshämmer recht schlicht sind, manche wirken mit langem Griff und schmalen Kopf wie plattgeklopfte Hufnägel. Solche wurden zu mehreren an Eisenringen getragen. Die prächtigen Exemplare wie der Schonenhammer oder der Erikstorp-Hammer stammen eher aus der späteren Wikingerzeit. Letztere gehören zu den Schmuckstücken, die aus fein verziertem "Pressblech" hergestellt und meist hohl gearbeitet sind. Das klingt billig, aber wenn diese Bleche aus Silber oder gar Gold sind, werden sie damals ein Vermögen wert gewesen sein. 

Vielleicht war es vor dem Aufkommen von Thorshämmern einfach üblich, Thor und die anderen Götter zu verehren, ohne sich mit dem Symbol einer Gottheit zu "kennzeichnen". Mit der Verbreitung des Christentums tauchten dann immer mehr Kreuz-Amulette in Nordeuropa auf, zumal der damaligen Christenschaft das Tragen von anderen Amuletten und Zauberzeichen sowie von weltlichem Protz verboten war. Diejenigen von ihnen, die es sich leisten konnten, trugen daher prunkvolle Kreuze als Schmuck. Wohl möglich wollten die Menschen, die nach wie vor den alten Gottheiten opferten, ihre Haltung ebenso "nach Außen" zeigen oder fanden an der Idee, für eine einzelne Gottheit einen passendes Amulett zu tragen, einfach nett und wählten dafür den Menschenfreund Thor.

Doppelformen?

In Haithabu entdeckte man eine Gussform, mit der sich sowohl christliche Kreuze wie auch Hämmer herstellen ließen. Das lässt auf eine gewisse Unbekümmertheit und auch auf ein zunächst friedliches Nebeneinander von alter Sitte und neuer Religion schließen. Aus polytheistischer Sicht war es vielleicht egal, ob zu den vielen Gottheiten nun ein neuer dazu kam. Bis heute wird auch diskutiert, ob es beabsichtigte Mischformen zwischen Thorshammer und Kreuz gibt. Als solche gelten beispielsweise der Thorshammer von Island und die Anhänger des Hiddensee-Schatzes. Diese könnten entweder eine Verbindung zwischen diesen Glaubenssystemen darstellen oder aus künstlerischer Freiheit entstanden sein.

 

Thorshammer oder Anker?

Lange verhielt sich die Archäologie zurückhaltend, was die Interpretation von Thorshammerfunden betraf. Da bei einem Bodenfund nie ein Zettel mit einer Erklärung beiliegt, ist die Funktion oder die Einordnung des Fundes oft nur zu deuten. Ein kleines Stück verziertes Edelmetall mit Öse kann außerhalb eines Grabfundes vielleicht noch recht eindeutig als Schmuckstück interpretiert werden, aber dann ist noch nicht einmal sicher, ob es direkt am Körper getragen wurde - und wo dann genau. Aus manchen Epochen finden sich Anhänger, sogenannte Zierscheiben, die am Gürtel auf Kniehöhe getragen wurden, was uns heute ungewöhnlich erscheint.

Bei der Interpretation von Wikingerschmuck aus dem Frühmittelalter ist es mehr als praktisch, dass durch die Historienforschung viele Texte Auskunft über die Glaubenswelt der Wikinger geben können. Daher lag es nahe, diese kleinen Hammeramulette als Thorshammer zu deuten. Allerdings blieb es meist bei der vorsichtigen Deutung. Es hätten ja auch Ankeramulette sein können, die für eine seefahrende Gesellschaft auch von großer Bedeutung wären. Dann aber fand sich 2014 ein besonderer Thorshammer bei einer Detektorsuche: Er trägt eine lesbare Runeninschrift. Diese ist mit "Das ist ein Hammer" zu übersetzen. Somit dürfen wir getrost selbst diese merkwürdigen Formen mit dem kurzen Griff als Thorshammer bezeichnen, wir haben es schriftlich. :-) 

 

Thorshammer als Reiseamulett

Auf Grund seiner Fahrten mit seinem von Böcken gezogenem Wagen ist Thor auch ein Fahrtengott, weshalb Mjöllnir gerne auch als Schutzamulett für Reisende verwendet wird. Als archäologisches Indiz dafür gilt möglicherweise ein erst 2012 in Füsing bei Schleswig gefundenes eisernes Thorshammerfragment an einem Ring. Dieses befand sich mit Teilen eines Pferdezaumzeugs in der gleichen Fundlage, was darauf hindeutet, dass es an diesem befestigt gewesen sein könnte und nicht an einer Halskette. 

 

Angekommen im Jetzt

Zeichen der modernen Wikinger, Archäologiefans, Neuheiden und Metaller...

Bis heute hat Mjöllnir nichts von seiner Faszination eingebüßt. Es ist als Schmuckanhänger und als Symbol in unterschiedlichen Musikszenen, auf Wikingermärkten, Mittelalterfesten sowie im Kielwasser aktueller Fersehserien zu finden und zeigt sich an Hälsen, auf T-Shirts, CD- und Plattenhüllen, Plakaten, Autos und als Tattoo. Die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung dieses Symbols ist für viele sonnenklar: Das Tragen eines Thorshammers kann kulturelle Verbundenheit zeigen. Er steht für Stärke, Kraft, Mut und Ordnung im Leben, gilt als Symbol des toleranten germanischen Heidentums und wird sicher nicht zuletzt auch getragen, um einen der beliebtesten germanischen Götter zu verehren.

... und keinesfalls ein "Verbotenes Symbol"

Enige haben dagegen die Frage, ob der Thorshammer ein politisches Symbol, vielleicht sogar das einer extremistischen Position ist. Wir könnten ausführlich mit Bezugnahme auf Geschichte antworten, warum der Thorshammer leider doch immer wieder in gesellschaftlichen braunen Schmuddelecken zu sehen ist. Es geistern sogar Gerüchte, dass er zu verbotenen politischen Symbolen gehöre! Das ist falsch. Dazu haben wir schon oft fachlich aufgeklärt und Position bezogen. Nur kurz an dieser Stelle zum Missbrauch dieses Symbols durch rassistische, extremistische und lebensverachtende Weltanschauungen:
Wikinger, und damit ihre Symbole, passen zu diesem Denken nicht. Ihre Welt war geprägt durch Entdeckungen, Austausch und Anpassung, und auch von Gewalt. Schließlich handeln die Berichte fast aller Zeitalter meist von der Gewalt, die jeweils stattfand und auf die Gesellschaften einwirkte. Wer die Menschen der Wikingerzeit aber darauf reduziert, verzerrt das Bild. "Die Wikinger" verschwanden ja auch nicht irgendwann, nur weil "die Wikingerzeit" vorbei war. Mit ihren Kunstfertigkeiten, ihrer Suche nach Neuland und ihrem Mut zu Entdeckungsfahrten, mit ihrem Sinn für Handel verschmolzen sie in der sich verändernden Welt, die einen neuen Glauben und andere Gesellschaftssysteme hatte.
Vor erzwungenen Veränderungen, die nie angenehm oder bequem sind, haben die meisten Menschen Angst. So ist es auch heute, und viele sehnen sich nach Stärke, um am Alten und vermeintlich Bewährten festhalten zu können. Leben ist aber Veränderung, und Angst ist Götterferne. Aus Angst vor Veränderung dann Hass zu verbreiten ist eher Trotz als Stärke.

Daher unser Rat bei Bedenken zu diesem Symbol: Tragt einfach den Thorshammer und seid gute Menschen!