Weltenbaum, Lebensbaum, Baum des Lebens, Yggdrasil...
Der Baum in der Mythologie - Mehr als nur Yggdrasil
In der nordischen Mythologie und in der Wikingerszene wird der Weltenbaum häufig erwähnt. Meist trägt er den Namen "Yggdrasil", gilt als so groß, dass er alle neun Welten in seiner Krone aufnehmen kann und beherbergt auch noch viele Lebewesen wie Vögel, Eichhörnchen, Hirsche und Drachen.
In der wikingerzeitlichen Überlieferung ist auch ein Baum namens "Læraðr" oder "Lärad" überliefert: Er steht neben Odins Walhall, so dass die Ziege Heidrun vom Dach Walhalls aus an seinen Zweigen fressen kann. Auch der Name "Mímameiðr" oder "Mimameid" ist als Name für einen besonderen Baum in der Edda erwähnt. Der Name "Yggdrasil" als der des Weltenbaumes ist jedoch wohl der bekannteste.
Die Bezeichnung als Esche, die in vielen Edda-Übersetzungen zu lesen ist, sollten wir vermutlich nicht wörtlich nehmen - mythologische Baumarten sind nicht dieselben wie biologische. Der Name "Yggdrasil" bedeutet "Odins Pferd" und spiegelt dadurch den schamanischen Aspekt dieses Symbols. An diesem Baum vollzog Odin einst sein Hängeopfer, darunter befindet sich sowohl der Thingplatz der Götter wie auch der Urdbrunnen als Ort, an dem sich die drei Nornen aufhalten. Uralte indoeuropäische, animistische und schamanische Vorstellungen flossen in der Baummythologie zu einem Gesamtbild voller Symbolismen zusammen.
Auch in vielen anderen alten Kulturen spielen Bäume eine wesentliche Rolle: So bezeichnet die hebräische Kabbala ihren Baum aller Bäume als Lebensbaum oder auch "Baum des Lebens". Im Garten Eden der Bibel steht nicht nur der Baum der Erkenntnis, von dessen Frucht Eva und Adam aßen und dann aus dem Paradies vertrieben wurden. Ebenfalls dort wächst der Baum des ewigen Lebens, aber die beiden ersten Menschen kamen dann ja nicht mehr dazu, auch von diesem zu essen.