Doppelaxt nach minoischem Vorbild als offener Ohrhänger.
- Material Bronze (Haken vergoldet)
- Größe ca. 39 x 11 mm
- Gewicht ca. 1,3 g
Allgemeine Informationen:
Die Axt gilt im indoeuropäischen Kulturraum nicht nur als Werkzeug oder Waffe, sondern muß auch als Kultgerät, Rechts- und Statussymbol verstanden werden. Bereits auf steinzeitlichen Felsritzungen finden sich mehrfach Abbildungen von menschlichen Figuren (Göttern?) mit Äxten. Archäologische Funde derselben Epoche belegen eine große Anzahl mit hoher Kunstfertigkeit hergestellte Äxte (und auch Doppeläxte, die sog. "Labrys"), welche keinerlei Abnutzungsspuren, wie sie durch Arbeit oder Kampf entstehen können, aufweisen.
Hammer- und Axtsymbole aus der Vorgeschichte lassen sich nicht immer eindeutig unterscheiden, erst die relativ spät ansetzenden, schriftlichen Überlieferungen lassen eindeutigere Unterscheidungen von Göttern und ihren Attributen zu. Der Axtkult steht in Verbindung zu den germanischen Göttern Tyr und Forsite und möglicherweise auch zu Thor. Zu dem slavischen Gott Perun, dem griechischen Zeus sowie der Aphrodite, dem römischen Jupiter, dem keltischen Tartanis, zur mesopotamischen Inanna, dem indischen Gott Indra und vielleicht noch einigen mehr lassen sich Verbindungen mit dem Axt- und Doppelaxtkult herstellen.
Doppeläxte, wie sie sich im minoischen Kulturraum (heute Kreta/Griechenland) finden, werden auch gerne als Symbol der Amazonen interpretiert. Die beiden Schneiden verstehen sich dabei als zunehmende und abnehmende Mondsichel, welche zusammen den Vollmond ergeben und in diesem Zusammenhang als rein weiblich verstanden werden. Im gesamt-indoeuropäischen Kontext erscheint diese Interpretation jedoch kaum haltbar, zu häufig findet sich das Symbol Doppelaxt auch in Verbindung mit eindeutig männlichen Darstellungen.
Axtamulette aus verschiedenen Materialien finden sich nahezu im gesamten genannten Kulturraum. Einige Indizien sprechen auch dafür, daß sich die Rechtssymbolik Axt/Hammer/Doppelaxt bis heute erhalten hat und in Form der Richterhämmer an amerikanischen und angelsächsischen Gerichtshöfen weiterlebt. Wer sich heute mit einem solchen Symbol verbinden möchte, hat sich daher keine leichte Aufgabe ausgesucht, denn es geht darum Recht zu gewähren und Recht zu bekommen, somit Gerechtigkeit auf allen Ebenen zu üben. Diese Amulette wurden früher auch an verdiente Krieger für besondere Leistungen verliehen und dieses ist natürlich auch heute noch möglich.
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